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NouschBlog

Nouschart.de

erstrahlt in neuem Glanz. Nach und nach kommen die "alten" Inhalte in neuer Verpackung zurück. Gepaart mit mehr Artikeln die zum Nachdenken, Weiterdenken und Handeln anregen sollen.

Nouschart.de ist für mich das Ventil für alles was mich bewegt.
Gutes und Schlechtes hat seinen Platz im Leben. Auch in meinem. Wir sollten für beides dankbar sein. Für das Gute, das und Glück und Freude bringt und das Schlechte, dass uns stärker und dankbarer für das Gute macht.

Liebe… oder nicht

Über Liebe und Leidenschaft Posted on Sat, January 14, 2017 09:26:42

Kribbeln im Bauch, weiche Knie….

Die Vorfreude den/die Geliebte zu sehen
wächst von Sekunde zu Sekunde.

Man wird nervöser und man versucht
sich es nicht anmerken zu lassen.

Das Leben ist schön, alles ist
perfekt, man ist glücklich.

Für die meisten Menschen beschreibt
das ziemlich genau den Zustand der ersten, anfangs noch
überschwänglichen Verliebtheit. Der bekannte Blick durch die
rosarote Brille, Wolke 7 usw.

Aber was wenn man jemanden trifft, bei
dem man diese Sichtweise hat. Es kribbelt zwar, man versucht den
besten Eindruck zu hinterlassen. Und doch, mehr ist nicht.

Die Angst demjenigen zu offenbaren dass
man ihr/sie „gut“ findet und einen Korb zu kassieren ist meistens
zu groß.

Man versucht sich trotz solchen
„Nebeneffekten“ eine Freundschaft aufzubauen und hofft, dass
irgendwann vielleicht sich doch noch etwas „ergibt“.

Leicht fällt einem das nicht. Aber der
Freundschaft willen versucht man sich in Zaum zu halten, nicht zu
viel preis zu geben.

Und irgendwann, vielleicht nach einigen
Gläsern Alkohol, einer Party oder einem Konzert, wenn die Stimmung
passt und wenn man mit demjenigen alleine ist, ergibt sich ein
Gespräch, vielleicht ein Kuss und schon wirft man alle Bedenken über
Bord. Und das meistens ohne sich im Klaren zu sein was passieren
kann, welche Konsequenzen das mit sich ziehen wird, ohne einen
Gedanken an die Zukunft. Man genießt einfach den Moment.

Das Erwachen lässt in den meisten
Fällen nicht lange auf sich warten.

Nach langen Gesprächen einigt man sich
manchmal zu einer „Freundschaft
+“ weil die Gefühle des Gegenüber nicht ausreichend sind
oder er einfach keine Lust auf etwas „Festes“ hat.

Am Anfang scheint das für beide
Parteien ein zufrieden stellendes Arragement zu sein.

Die Gefühle des einen sind so stark,
dass er nicht mal mit der Zeit mitbekommt wie er sich selbst langsam
emotional zugrunde richtet. Der andere genießt die sexuelle
Aufmerksamkeit und hält sich ansonsten aus der „Gefühlsduselei“
raus.

Der Frust wegen dem Gefühlschaos macht
sich immer mehr bemerkbar. Und irgendwann bemerkt auch bald der
„nüchterne“ Teil der Abmachung, dass etwas nicht mehr ganz so
ist wie es zu Anfang war.

Was aber tun wenn man sich als
Gefühlsmensch in so einer zwischenmeschlicher Beziehung
wiederfindet. Wenn man sein Gegenüber so liebt, beinahe vergöttert.
Was tun wenn außer körperlichen Nähe nichts weiter geschieht? Was
wenn man so verzweifelt liebt, sich für den anderen aufgeben würde
nur um ein kleines bisschen geliebt zu werden?

Auch wenn es am Anfang ganz verlockend
ist. Lasst euch als Gefühlsmenschen nicht auf solche Vereinbarungen
ein. Hört auf, auf etwas zu hoffen das vielleicht niemals kommen
wird. Begnügt euch mit der Tatsache jemanden geliebt zu haben und
versucht die Sache Ad Acta zu legen.

Denn wer sich einmal in dieses Chaos
einlässt, kommt da so schnell nicht mehr raus.

Auch wenn das Gegenüber Gefühle
entwickelt, sind die Chancen auf ein glückliche Partnerschaft so
erschreckend gering, dass sich ein Kämpfen nicht lohnt.

Man genießt die Nähe die einem
gegeben wird. Jeden einzelnen Moment. Jede Berührung, jede andere
Geste und doch bleibt kein „Balsam“ der die Emotionen befriedigen
könnte.

Eine solche einseitige Liebe frisst
einen auf. In Momenten der Zweisamkeit ist man vergnügt,
überschwinglich, beinahe schwerelos. Danach fühlt man sich leer,
benutzt, zerkaut und ausgekotzt.

Nicht wirklich Gefühle die einen
Liebenden glücklich, erfüllt und zufrieden machen würde.

Die Hoffnung stirbt zuletzt“, „
Wer die Hoffnung aufgibt, ist verloren im Leben“,
und und und
und… Alles recht und schön, doch die Realität sieht weit weniger
rosig aus.

Zumindest dann wenn die Zeichen einer
tiefliegenden Depression aufkeimen ist es Zeit die Notbremse zu
ziehen. Wem das gelingt, Glückwunsch.

Mein Tipp, sucht euch Halt und Hilfe
bei jemandem dem ihr vertraut. Der euch in so einer Zeit auffangen
kann. Dem ihr alles sagen könnt. Und falls es noch gravierender
wird; Sucht euch professionelle Hilfe. Schämt euch nicht um Hilfe zu
bitten wenn ihr nicht mehr mit der Situation klar kommt.

Eines solltet ihr aber immer
bedenken:

Nur weil dieser einer Mensch euch
nicht so lieben kann wie ihr ihn liebt, heißt das nicht, dass es
keinen anderen Menschen gibt der euch wahrhaftig und ehrlich liebt.

Ihr seid besonders, einzigartig und
auf eure eigene Weise wunderschön. Verschenkt nicht eine Liebe und
Zeit an jemanden der es nicht von ganzem Herzen zu schätzen weiß!



Fremdes ICH

Gedanken über sich selbst..... Posted on Sat, January 14, 2017 09:26:04

Im
Vorfeld hierzu muss ich sagen, dass ich mich selbst seit meinem 14.
Lebensjahr mehr oder weniger in der Gothicszene bewege. Es war für
mich nicht nur eine Phase.

Ich
habe die mich mit okkultem und anderen Klischee behafteten Dingen
beschäftigt. Habe mit Freunden über die Welt philosophiert und
„normale“ Menschen mit meinem Aussehen schockiert.

Niemals
kam es mir in den Sinn mich zu verstellen oder mein Aussehen zu
ändern. Ich fand mich gut wie ich war und wollte um nichts in der
Welt etwas anders machen.

Nach
meinem Bekenntnis zu Gott habe ich weite Teile dieses „ICH“s in
die Versenkung verbannt.

Ich
dachte es wäre nicht gut, dass die Gemeinde mich so sieht. Ich habe
mit „normalem“ Styling angefangen, meine heißgeliebten schwarzen
Klamotten teilweise im Schrank verstauben lassen und die Haare eher
„züchtig“ getragen. Ich dachte mein Glauben und Gothic wären
nicht vereinbar.

Ich
habe viel an mir selbst gezweifelt. Wollte unbedingt jedem gefallen
und nicht mehr „schockieren“.

Ich
hatte einen großen Teil meiner selbst abgeworfen und versteckt nur
um dazu zu gehören. Erst dachte ich, solche Empfindungen wäre
normal wenn man eine Verwandlung durch macht. Es würde dazu gehören.
Sich selbst neu zu erfinden. Zu „normalisieren“.

Die
Momente in denen ich mich „verrückt“ gestylt habe wurden
weniger. Nur noch bei Anlässen, bei denen es um Mittelalter oder
Gothic ging kam es noch vor. Und selbst nach einer Weile blieben
sogar solche „Raritäten“ aus.

Erst
vor Kurzem passierte mir folgendes:

Ich
hatte ein einigermaßen guten Tag und entschied mich für einen Mix
aus verrückt und normal.

Meine
Haare ließ ich offen und wellig dazu schwarz und roter Lidschatten,
dunkle Lippen und rote Kontaktlinsen. Schwarzes Oberteil und
Denimjeans. Ich fühlte mich wohl darin, das kam mittlerweile echt
selten vor. Ich ging mit meiner Mutter einkaufen und die Blicke der
Leute waren mal mehr, mal weniger schockiert. Einige Mütter zogen
sogar ihre Kinder zu sich als ich vorbei ging. Obwohl ich immer
lächelte und mit meiner Mutter sogar scherzte war mein Auftreten in
den Augen der anderen eher negativ.

Es
fühlte sich komisch an.

Auf
dem Heimweg, machten wir dann einen Abstecher zu einer
Hausbesichtigung, ganz spontan.

Ich
zog meine Sonnenbrille an, damit die junge Maklerin nicht gleich
einen Schock bekäme.

Irgendwann
sagte meine Mutter ich solle doch die Brille absetzen. Ich wollte
nicht. Zum ersten Mal seit ich mich so anziehe, schminke und style
habe ich mich für mich selbst geschämt. Ich wollte nicht, dass die
Maklerin meine Augen, mein Makeup so sieht. Ich schämte mich
tatsächlich für das was ich so lange eigentlich war und doch nicht
mehr wirklich bin.

Dieses
Jahr hatte ich deswegen schon des öfteren ein emotionales Tief.
Immer wieder habe ich an mir gezweifelt. Ich wusste nicht mehr wer
ich war, wer ich bin und schon gar nicht mehr wer ich sein wollte.

Ich
hatte meine ehrenamtliche Aufgaben die mich zwar immer wieder
aufgebaut haben aber ich war auch schon kurz davor das alles
hinzuschmeißen.

Ich
wollte mich einerseits nicht mehr in dem Ausmaß verstecken wie es
seit bald 2 Jahren tat. Doch der Mut dazu fehlte mir zu sehr um etwas
daran zu ändern.

Ich
hatte Angst, dass wenn ich mich so gebe wie ich wirklich bin und mein
anderes „ich“ rauskommt, von der Gemeinschaft abgelehnt und
ausgeschlossen werde. Es gibt leider noch immer viel zu viele
Vorurteile gegenüber Gothics.

Ich
weiß noch immer nicht wie ich das handhaben soll. Es ist noch immer
schwer für mich.

Ich
denke ich brauche noch etwas Zeit darüber nachzudenken. Die richtige
Mischung aus allem für mich zu finden.

Ich
weiß, dass Gott mich liebt und nimmt wie ich bin. Er will nicht,
dass ich mich ändere. Ich bin gut genug so für ihn. Und solange
mein Glaube an ihn so stark ist und ich mich dafür einsetze sein
Wort anderen näher zu bringen, spielt vielleicht mein Aussehen eine
Rolle in den Augen der anderen, aber nicht in den Augen Gottes.

Eines
weiß ich jetzt auf jeden Fall : „Glaube an Gott, bzw. Religion und
Gothic schließen einander nicht aus!“



Gestrandet auf Treibsand

Gedanken über sich selbst..... Posted on Sat, January 14, 2017 09:24:34

Kennt ihr das auch?

Seit ein paar Tagen hat man das Gefühl, dass man feststeckt, nicht mehr weiter kommt.

Irgendwo steckt der Wurm drin und man hat keine Ahnung wo, oder wie man das ändern könnte.

Oder….

Seit Monaten läuft die Beziehung obeflächlich gut. Man lebt neben seinem Partner und nicht mit ihm,

aber nach aussen hin gibt man sich für Freunde und Familie noch als das gleich glückliche und völlig

verliebte Paar. Und doch redet man nicht mehr oder kaum noch miteinander.

Oder…

Nach jahrelangem Kampf gegen eine Krankheit oder einer Sucht, fühlt man sich ausgelaugt. Am

Ende seiner Kräfte, man wünscht sich es wäre endlich überstanden aber man hat eigentlich schon

aufgegeben.

Dann ist man gestrandet…..nicht wie ein normaler Schiffsbrüchiger…

Man ist in einer Wüste voller Sehnsüchte und Hoffnungen auf Treibsand gestrandet.

Warum Treibsand? Weil man dabei das Gefühl entwickelt obwohl es bergauf gehen sollte immer mehr

bergab geht.

Man arbeitet seit Tagen an einer wichtigen Präsentation und findet einen völlig unwichtigen Fehler

nicht, weil einen seinen eigenen “Perfektionswahn” in die Irre führt. Solche winzigen Fehler sind

meist charmant und viele bemerken ihn noch nicht einmal.

Seit vier Jahren sind wir zusammen, eigentlich wünsche ich mir Kinder. Man kann auch ohne Trauschein

Kinder bekommen, die Zeiten in denen uneheliche Kinder als Schande betrachtet wurden sind doch längst

vorbei.

Kinder sind was schönes, Patenonkel/tante zu sein reicht mir völlig aus. Warum sollte ich mein Leben

fürs Kinderkriegen auslegen wenn es doch noch soviel zu sehen gibt. Unabhängigkeit ist mir wichtig.

Bevor ich Vater/Mutter werde schaff ich mir ein Haustier an, dann bin ich auch gebunden, kann das

Tier aber im Notfall in einem Tierheim unterbringen wenn ich länger weg muss.

Vor 15 Jahren hatten wir einen Autounfall, meine beste Freundin lag über Nacht auf der Intensivstation.

Mein Bruder war damals grad erst 3 Jahre alt. Es war so ziemlich genau sieben Tage nach seinem

Geburtstag. Ich hab trotz Unfalls versucht meine Zukunftspläne durchzuziehen. Schliesslich war ich

erst süsse 16, hatte meinen Lehrvertrag in der Tasche, spiele Fußball im Verein. Das alles als Mädchen

zu erreichen war damals immer noch schwer. Obwohl die Gleichberechtigung der Frau vor meiner Geburt

schon als Standart angesehen wurde. Aber als Mädchen im Metallbau zu arbeiten und im Verein lieber mit

Jungs zu kicken war trotzdem eine gute Leistung. Doch es kam alles anders.

Meine Lehre musste ich nach drei Monaten abbrechen. Ich konnte Nachts kaum noch schlafen, tagsüber war

oft müde und sehr unkonzentriert. Meine Gedanken steiften immer wieder auf das Bild in meinem Kopf ab.

“Ich sah mich auf einer Wiese sitzend, ein 3 jähriges Kind auf den Knien, meine Freundin im Arm. Wir

drei weinten. Meine Augen suchten meine Mutter im Gedränge der Notfallfahrzeuge und der Polizei.”

Es führte dazu, dass ich mich auf der Arbeit verletzte. Ich hatte beim Entgraten nicht aufgepasst und

bin mit dem kleinen Finger zu nah gekommen. Das es blutete bemerkte ich, aber es tat nicht weh.

Ich holte mir also etwas Klebeband und ein paar Taschentücher, verband mich selbst behelfsmässig

und beendete ganz normal meine mir aufgetragene Arbeit.

Etwa drei Stunden später, ging ich ins “Magazin”, das ist der Ort an dem man sich Schauben, Dübel,

Klebeband oder andere kleinteilige Dinge geben lassen konnte die man brauchte. In etwa so wie ein

“Einmannlager”. Ich bat um ein Pflaster, weil mir mein Verband am immer geklebt hat und ich damit nicht

richtig in mein Schweisserhandschuh kam. Schliesslich musste ich als nächstes Schachtkästen erst

Puntschweissen und dann “Vernahten”. Unser Magazinist fragte mich nach der Größe der Wunde.

Als ich den Verband abnahm, sah ich die Farbe aus seinem Gesicht weichen. Mein Finger war komplett

dunkelblau, das getrocknete Blut klebte am ganze Finger der nur noch halb an der Hand hing.

Er wollte schon den Notarzt rufen, ich sagte ihm, dass das nicht nötig wäre, schliesslich war

der Schnitt mehr als drei Stunden alt. Ich meinte einfach, dass ich jemand suchen gehe der mich rüber

zum Doc fährt, wenn er das möchte. Er bestand darauf.

Fazit: mir war alles gleichgültig, ich spürte keinen Schmerz mehr, ich war leer.

Meine Lehre hab ich verloren, weil ich nicht stark genug war. Das hab ich mir immer wieder

selbst eingeredet. Und mein großer Bruder tut das heute noch. Aber heute tut es nicht mehr

so weh wenn er es sagt. Seit nunmehr 15 Jahren versuche ich eine Ausbildung zu machen.

Und seit 15 Jahren schlägt das Schicksal immer wieder zu. Nieren kurz vorm Platzen, weil man die

Nierensteine viel zu spät erkannt hat. Lungenembolie, Herzthrombus, Beinvenenthrombose gefolgt von

Lendenwirbelbruch, beginnender Bandscheibenvorfall mit Bandscheibenwölbung bis hin zu Hüftarthrose

durch Fehlhaltung und verkeilte Lendenwirbel. Die Krankenakte ist groß, die Schmerzen stark und

die Medikamente noch stärker.

Aber das ist nur der physische Aspekt. Psychisch bin ich längst ein Wrack, das wissen aber die Wenigsten.

Trotz allem denke ich immer “Egal wie schlecht es dir geht. Irgendwo gibt es Jemand dem es noch viel

schlechter geht und hilfe braucht”. Und ich helfe, jedem, bis alle meine Kapazitäten aufgebraucht sind.

Und was bekomm ich immer wieder zurück? In der Schweiz würde man sagen “eins aufs Dach”.

Man hilft und macht was man kann und für einige Menschen scheint das nicht annähren ausreichen zu sein.

Sie stellen sich als Opfer dar und unterstellen dir alles möglich damit du dich schlecht fühlst.

Obwohl du eigentlich helfen wolltest, und es auch getan hast, sagen sie dann “du hast mich im Stich

gelassen”. Oder für Menschen die man schon so lange kennt bist du das Sorgentelefon. Sie erzählen dir

alle Sorgen und bitten dich um Rat. Du verwehrst natürlich keinem Hilfe wenn du Ratschläge kennst die

beim Befolgen tatsächlich was bringen. Und dann einige Wochen später merkst du beim nächsten Anruf,

dass der Rat in die Tonne getreten wurde und sich die Person dadurch noch mehr in

Schwierigkeiten gebracht hat. Und doch wirst du beim nächsten Mal wieder mit Rat und Tat zur

Seite stehen.

Solche Menschen kenne ich zwar sehr viele. Und allen helfen würde ich ja gern. Aber das was zurück

kommt tut mir selbst immer wieder aufs neue weh. Ich komme manchmal nicht mal mit meinen eigenen

Problemen klar und doch wird von vielen Seiten erwartet, dass ich deren Probleme auch bewältige.

Das will und kann ich nicht mehr. Nennt mich herzlos. Die Wahrheit ist nunmal hart. Genau wie manche

Leben. Nicht jedem fällt alles wie selbstverständlich in den Schoß oder wird mit dem sprichwörtlich

goldenen Löffel im Mund geboren. Viel zuviele kämpfen jeden Tag mit Hunger, Krieg, Tod, Sucht und

Krankheit. Manche haben kein Zuhause, viele haben alles verloren. Und genau die Menschen die mit

Verlusten umgehen mussten, die setzen sich noch für die Leute ein denen das alles am Allerwärtesten

vorbei geht.

Ich bin gestrandet. Auf Treibsand gestrandet. Im Meer der Sehnsucht und Hoffnung. Es zieht mich immer

wieder runter, aber statt panisch zu werden halte ich inne und versuche mit mir selbst meinen

Frieden zu machen. Ich höre auf zu kämpfen und entledige mich aller Dinge die mich soweit getrieben

haben. Ich lehne mich zurück und höre dem rieseln des Sandes zu und erkenne dass es nur Sand ist.

Ich treibe auf Sand, lasse mich nicht mehr hinunter ziehen und gehe gestärkt und zuversichtlich

aus jeder belasteten Situation hervor. Ich will nicht mehr gestrandet sein. Ich will mich tragen lassen.

Tragen lassen von dem Sand, wie von einer Meereswelle, die sanft das Ufer deiner Emotionen umspült.

Die alles was dich bedrückt wegspült. Gott ist mein Sand, er ist unendlich wie Sand, er trägt einen wie

Sand, seine Liebe ist genauso grenzelos wie Sand. Gott ist meine Meereswelle, er spült alles weg was

mich belastet. Er stärkt mich und bestärkt mich, damit ich nicht untergehe und denen helfen kann,

die mich immer wieder um Hilfe bitten. Egal ob es Freunde sind, Familie oder jemand dem man auf der

Straße begegnet.

Einige meiner “dunklen” Freunde wird das vielleicht jetzt stören, Gothics und Konsorten sind doch nicht

gläubig. Oder wie es mein großer Bruder ausdrücken würde “Das passt einfach nicht zusammen, das ist

viel zu absurd”. Wer hat die Regel gemacht? Kann denn nicht jeder so sein und fühlen wie er will?

Kann man als Mitglied der schwarzen Szene nicht auch an das warme angenehme Licht Gottes glauben?

Heisst es nicht Gegensätze ziehen sich an? Für viele scheint dieses “ungeschriebene” Gesetz nicht in

einer solchen Situation zu gelten. Mir ist das herzlich egal. Ich bewege mich nach wie vor in der

Szene wie ich das für richtig halte, gehe weiterhin an meine Mittelaltermärkte, Rockkonzerte oder

an Gothicspektakel. Und Sonntags wenn ich gebraucht werde gehe ich in die Kirche und bitte Gott für

alle Menschen um seinen Segen. Oder unterhalte mich mittwochs mit den Konfirmanden über ihre

Weltanschauung. Nur weil es für einige Menschen absurd erscheint, heisst das nicht dass ich nicht

mehr tun werde. Schliesslich gibt es viele Gothics die sich als Gothics bezeichnen und in Wahrheit nur

Nachahmer sind und sich so kleiden und schminken um der Rest der Welt zu schockieren.

Da fühl ich mich in meiner Rolle aber definitiv wohler. Ich bin wer, was und wie ich bin. Und genauso

beleibe ich auch. Hasst oder Liebt mich dafür, mir egal. Ich werde von Gott geliebt, gerade weil ich

so bin wie ich bin. Er hat uns vielseitig geschaffen und liebt uns genau weil wir unterschiedlich sind.